Experience Ghana 2013

06Januar
2014

Unfreiwillige Verlaengerung :-)

Und nun doch noch ein kurzer Eintrag aus Ghana, da sich mein Aufenthalt hier unerwarteterweise um drei Tage verlaengert hat... - Wieso? Kommt spaeter im Text, wenn's an der Reihe ist ;-)

Auf unserer Rundreise fuhren wir von Cape Coast aus, von wo der letzte Eintrag war, weiter an den schoenen Ampenyi-Strand in ein Beach Resort, wo wir dann Silvester feierten. Ausser uns waren viele hollaendische Familien anwesend. Waehrend wir uns am Buffet ordentlich satt assen - mit teils afrikanischer, teils internationaler Kueche - begann schon das Programm mit einer Liveband, die mit Trompete, E-Gitarre, Schlagzeug und Gesang sowie manchmal Tanz das Publikum unterhielten. Am Anfang war es etwas ungewohnt, da die Musik nicht wirklich ghanaisch war, sondern eher fuer die anwesenden Europaeer engagiert - unser Guide und Fahrer konnten damit auch nicht so viel anfangen.. - aber letztendlich war es doch ganz okay. Um Mitternacht wurde schliesslich ein grosses Bonfire am Strand angezuendet und Maenner tanzten drum herum, manche der anderen Gaeste machten Feuerwerk. Wir gingen danach schon relativ frueh schlafen, weil wir am naechsten Tag morgens nach Kumasi aufbrachen.

Die Fahrt dauerte gut 4 Stunden, bis wir schliesslich in unserem Guesthouse am Lake Bosumtwi bei Kumasi ankamen. Der See ist wunderschoen glatt, in einem ehemaligen Krater gelegen und damit umgeben von Bergen, die immer im Nebel liegen. Nach kurzer Pause nahmen wir den Vorschlag unseres Guides an, in ein Dorf am See zu fahren, wo an diesem Tag, dem 1.1.2014 anlaesslich des Neujahres ein grosses Fest sein wuerde. Gespannt, was uns erwartet, ging's mit unserem Taxi los. Schon bald waren die Strassen voll mit Menschen, Tro-Tros und Taxen, sodass wir etwas entfernt vom Veranstaltungsort parkten und den Rest liefen. Und endlich sahen wir, was da vor sich ging: Massenweise Ghanaer badeten - in den lustigsten Badesachen und viele mit Plasteschwimmringen! Ausserdem gab's Verpflegungsstaende, Eisverkaeufer liefen rum, laute Musik wurde gespielt uns die Leute tanzten dazu, ... Es war wie ein riesengrosses Freibad-Fest :-) Nach ein paar Stunden fuhren wir zurueck zu unserer Unterkunft. 

Fuer den naechsten Tag stand eine Fahrt nach Kumasi an, wo wir erst auf den Markt gingen und dort zunaechst von einer erhoehten Stelle - den Werkstaetten, wo u.a. aus ehemaligen Wellblechdaechern Toepfe etc. gefertigt wurden - einen Ueberblick ueber den riiieesigen Markt hatten! Nach einer Tour durch den Markt - wir sahen Stoffe, Lebensmittel sowie den Teil mit der traditionellen Medizin und vieles andere - wurden wir weiter zum Cultural Centre von Kumasi gebracht. Dort schauten wir uns - begleitet von einem knappen, aber interessanten Vortrag - ein kleines Museum ueber die Geschichte der Ashanti (der Stamm, der in dieser Region lebt) sowie deren Koenige an. Anschliessend Rueckfahrt zum Lake Bosumtwi, die sich wegen einem grossen Stau ueber einige Stunden hinzog. Abends - schon wieder unser letzter Abend der Rundreise - setzten sich nach dem Essen noch unser Guide und der Fahrer zu uns und wir unterhielten uns, wobei sie echt sehr humorvoll und gutgelaunt waren :-) Der 3.1. war dann die Rueckfahrt bis ins KASAPA-Centre, was mit etwa 7 Stunden ein ganzes Stueck war. Wir ruhten uns aus, gingen zum Abendessen - und danach die Nachricht: Die Lufthansa hat unseren fuer den naechsten Abend geplanten Flug anulliert - na toll, und jetzt?! Meine Mama und Schwester hatten einen etwas unguenstigeren Ersatzflug bekommen, ich wusste gar nix. In meine Mail kam ich auch erst nach einer dreiviertel Stunde rein, um zu lesen, dass ich auf die Lufthansa-Seite schauen soll - was das sehr instabile Internet aber nicht mehr mitmachte... Nach einigen Telefonaten war klar: Fuer mich gibt's momentan keinen Flug, um den muss ich mich erst selbst kuemmern. Wir entschieden, es am naechsten Morgen beim Lufthansa-Buero direkt in Ghana zu versuchen. Als wir das dann Samstag taten, war dieses aber leider geschlossen - Wochenende! Nach einigen Gespraechen mit dem deutschen Servicecenter und Haengen in der Warteschleife liess ich mir schliesslich von Deutschland aus den naechsten freien Flug - drei Tage spaeter - reservieren, ehe der dann auch noch weg ist. Am Abend starteten dann also Mama und Schwester zum Flughafen, waherend ich da blieb und die letzten Tage noch entspannt in der Haengematte, Internet-Cafe und im Dorf verbringe und beim Lesen, Musik hoeren, ... noch drei Tage laenger die Waerme und das leckere Essen geniessen kann - bzw. muss ;-) Mal sehen, ob's Dienstag mit dem Flug klar geht...

31Dezember
2013

Weihnachtszeit, Silvester steht bevor - und meine letzten 4 Tage stehen an...

Nach ueber 2 Wochen heute der letzte Eintrag aus Ghana, bevor es am Samstag tatsaechlich schon wieder zurueck nach Deutschland (ins Kalte!!) gehen wird. In den vergangenen Wochen ist viel passiert, denn die Weihnachtsfeiern standen an, ich musste mich von den Kindern verabschieden, ... Also der Reihe nach: Am Montag, den 16.12., veranstalteten wir ein grosses Weihnachts-Abschiedsessen fuer die Kinder im Waisenhaus, da die meisten von ihnen (alle ausser vier) ueber die Weihnachtsferien ab Dienstag nach Hause fuhren - viele von ihnen haben noch Eltern oder Grosseltern oder andere Verwandte. Sie wurden am Dienstag von einem Taxi in mehreren Fuhren in ihre Heimatdoerfer gefahren, wobei ich sie durch Winken verabschiedete - die meisten werde ich wohl nie wiedersehen. Die Zeit nach dieser Abreise verbrachten wir Freiwilligen mit den vier Kindern sowie einigen aus der Nachbarschaft (es war nicht selten, dass etwa 10 Kinder auf dem Gelaende waren) entspannt mit Puzzle, Memory, Scobidoo-Baender-knuepfen, (Aus)Malen, ... Am Mittwoch, den 18.12., gab es einen generellen Wasserausfalkl fast im ganzen Dorf, sodass weder wir in unserem Haus noch das Waisenhaus Wasser hatten. Aus diesem Grund mussten die zwei aeltesten Jungs aus dem Waisenhaus, die zum Glueck ueber die Ferien da sind, an einer etwas weiter entfernten Wasserstelle, wo es noch was zu holen gab, Wasser in Eimern holen und auf ihren Koepfen zum jeweiligen Bestimmungsort tragen. Ausserdem raeumten wir an diesem Tag mit ihnen die Zimmer auf, in denen die Kinder schlafen - im Jungszimmer wurde schon monatelang nicht mehr der Fussboden gekehrt, im Maedchenraum lagen massenweise Klamotten rum.. Am naechsten Tag kamen nachmittags uebrigens viele KInder jubelnd von dem Wasserhahn auf unserem Gelaende gerannt - das Wasser ging wieder! Sofort bildete sich eine Schlange, die Wasser holen wollte - und wir probierten das mit dem Wasser-auf-dem-Kopf-tragen auch mal aus :-) Am Tag darauf (Freitag, 20.12.) war schliesslich Markttag angesagt - also schnappten wir uns die verbliebenen 4 und fuhren mit dem Tro-Tro los. Der kleinsten von den Kindern wurde auf der Fahrt leider so schlecht, dass sie sich uebergeben musste - sie ist das Fahren wohl nicht so gewoehnt... Sie erholte sich aber schnell wieder und dann liefen wir mit ihr und den anderen ueber den Markt und machten dabei Besorgungen - zum Einen fuer uns selber, zum Anderen die Einkaeufe fuer das Essen am Dienstag, wo der Strandausflug geplant war. Die Kinder waren im Anschluss ziemlich geschafft und am Nachmittag ruhten sie sich aus, schliefen, ... waehrend wir Waesche waschen gingen. Das Wochenende startete dann damit, dass ich nach Nyanyano fuhr, um meine Mama und Schwester abzuholen, die inzwischen doch tatsaechlich schon in Ghana angekommen sind! Im Gepaeck hatten sie zwei große Koffer voller Sachen, die sie mit gesammelten Spenden aus Deutschland (Kleidung, Spielzeug, Buecher, ...) mitbrachten - ein paar schoene Weihnachtsgeschenke fuer das Waisenhaus, die dort spaeter auch gern angenommen wurden (wobei die Kleidung erst von den laenger bleibenden Freiwilligen verteilt werden kann, da ja im Moment kaum Kinder da sind...). Nach freudigem Wiedersehen machten wir uns auch gleich wieder auf den Weg nach Buduatta, da ich ihnen meinen Arbeits- und Wohnort der letzten drei Monate zeigen wollte. Nach fuer sie aufregender Tro-Tro-Fahrt kamen wir an und wurden bereits von Kwakuvi - dem derzeitigen "Verwalter" des Waisenhauses und unserem Ansprechpartner fuer die Zeit hier - empfangen. Nach Vorstellung der Raeumlichkeiten und Personen sowie Gespraechen assen wir ein typisch afrikanisches Essen zum Mittag - Gari mit Tomatenstew - und liefen anschliessend zu meinem Zimmer. Die beiden waren noch etwas ueberrumpelt, aber schauten sich alles gespannt und begeistert an :-) Spaeter fuhren sie dann mit dem Taxi zurueck in ihre Unterkunft, waehrend ich den Abend entspannt mit den Kindern ausklingen liess. Am darauffolgenden Sonntag legte ich mit einigen anderen Freiwlligen einen Strandtag in Senya Bereku ein, wobei wir uns davor noch ein anderes Waisenhaus anschauten - moderne neue Gebaeude, Elektrizitaet und grosses Gelaende, aber leider ohne Wasseranschluss - da finde ich, haben es die Kinder bei uns besser, denn ein eigener Zugang zu sauberem Wasser ist viel mehr wert als Strom und eine topmoderne Anlage... Nach einem ruhigen letzten Tag vor Weihnachten brachen wir am 24.12. nach dem Fruehstueck endlich zu dem langersehnten Strandausflug mit den KIndern auf. Dafuer hatten wir ein Tro-Tro gemietet, dass so gegen 10 Uhr am Waisenhaus eintraf und davor schon ein paar Kinder des Waisenhauses, die waehrend der Ferien in den nahegelegenen Doerfern wohnten, eingesammelt hatte. Das Essen - Jollof Rice, mmh! - und die Trommeln wurden eingepackt, und dann ging es mit Livemusik der KInder nach Winneba an den Strand. Meine Mama und Schwester waren auch morgens gekommen, um mitzufahren, und freuten sich ebenfalls an der guten Stimmung der Kinder. Am Strand waren die Kinder bis auf eine kurze Essenspause nonstop fuer mehrere Stunden baden. Wir waren nur am Anfang etwa eine Stunde mit im Wasser und hatten sehr viel Freude daran, wie alle wild rumtobten und froehlich waren. Ausserdem hatten wir von meiner lieben Familie doch tatsaechlich Plaetzchen mitgebracht bekommen! Abends, im Kerzenlicht in unserem Zimmer, machten wir es uns dann gemuetlich, packten die Geschenke aus, die wir mitgebracht bekommen hatten und feierten so den Heiligabend - ohne wirklich in Weihnachtsstimmung zu sein. Am naechsten Tag, dem ersten Weihnachtsfeiertag, wolten wir dann in die Kirche gehen, aber diese begann nur, dann warteten wir auf fehlende Gemeindemitglieder und da diese nicht bald kommen wuerden, sagte man uns, wir koennten nach Hause gehen und morgen nochmal wiederkommen - hier gibts wohl keine Kirche zu Weihnachten.. Also ging ich waschen :-) Der naechste Tag bedeutete fuer mich dann auch schon die naechsten Abschiede: wir fuhren zum Haus des Waisenhausgruenders in einem Dorf in der Naehe und verbrachten dort einen Tag mit Gespraechen, dem Ueberreichen der Weihnachtsgeschenke, Essen, dem Besichtigen einer Huehnerfarm, ... Am Morgen dieses Tages waren wir ausserdem noch mit Dina, der juengsten dagebliebenen, zum Health Center gegangen, da sie ziemlich krank war - und sie hatte Malaria. Wir bekamen die Medikamente mit und brachten sie zurueck, wo wir der Koechin einschaerften, ihr auch alle Tabletten und Saefte zu geben. Der gesamte Arztbesuch kostete uns uebrigens nichts, denn die Kinder sind doch tatsaechlich alle versichert! Der folgende Freitag wurde gefuellt mit dem Marktbesuch mit Mama und Schwester, mit denen ich mich am Kasoamarkt traf - wie oft war ich da jetzt schon?! - und mit ihnen Dinge einkaufte und zur Naeherei ging. Als ich nachmittags im Waisenhaus eintraf, sah ich dort, wie Luisa sich mit allen einen gespendeten Kinderatlas anschaute - selbst die Koechin war sehr interessiert und fasziniert von den Bildern. Und mit Samstag, dem 28.12., war dann auch schon mein Abreisetag gekommen. NAch dem Mittag holte mich ein Taxi ab und nach kurzer Verabschiedung von der Koechin und den Kindern (sowie dem Versprechen, Bilder zu schicken und nach Moeglichkeit einmal wiederzukommen) fuhr mich dieses nach Nyanyano ins Kasapa-Centre. Am Nachmittag holten wir noch schnell die gestern bei der Naeherei in Auftrag gegebenen Sachen ab, die nach mehrmaligem Anpassen schliesslich sassen. Am Abend unterhielten wir uns noch mit anderen GAesten im Kasapa-Centre, was fuer mich sehr ungewohnt war, sich mal wieder nur mit Deutschen auszutauschen - jetzt hatte ich mich gerade an die Gespraeche mit den Ghanaern gewoehnt.. Den Sonntag verbrachten wir hauptsaechlich mit dem Packen der Sachen fuer die anstehende Rundtour sowie Entspannen in der Haengematte bzw. auf der Terasse unserer Lehmhuette. Und Montag - gestern - brachen wir dann zum letzten Teil meiner Zeit hier - der gefuehrten Rundreise - auf. Dabei fuhren wir mit einem Taxi sowie unserem Guide, ein etwa 25jaehriger Ghanaer, zunaechst nach Elmina. Dort wuren wir durch die Castle sowie die Stadt gefuehrt. Bei beiden wurde der Einfluss der verschiedenen Kolonialmaechte, die hier nacheinander kamen, deutlich. Abends fuhren wir weiter zum Kakum-Nationalpark, wo wir nach Essen in einem sehr touristischen Restaurant in Moskitonetz-Zelten mitten im Regenwald schliefen - bei sehr grosser Geraeuschkulisse durch viele Tiere. Morgens stand - fuer mich zum zweiten Mal - der Gang ueber die 7 Haengebruecken an. Danach wurden wir zu einem Hotel gefahren, wo es erstmal Fruehstueck gab - und dann nach Cape Coast, wo ich nun ins Internet-Cafe gegangen bin. Silvester werden wir heute in einem Strandhotel verbringen und morgen dann zu unserer letzten Station - Kumasi - starten. Das war's also aus Ghana - ueber den Rest berichte ich dann evtl. noch aus Deutschland :-) Bis bald!

14Dezember
2013

Die letzten Wochen brechen an...

Nach sehr komfortabler Fahrt im Auto unserer Nachbarn, die zufaellig den gleichen Weg wie wir hatten und uns mitnahmen, sind wir heute wieder mal in Accra. Wir schauten uns auf dem Kaneshie-Market um, der ein Markt aehnlich einem Einkaufszentrum mit auf mehreren Etagen verteilten Staenden ist. Da wir aber diese Woche schon zwei Mal in Kasoa waren, liefen wir etwas ziellos ueber den Markt und gingen nun ins Internet-Cafe. Anschliessend werden wir noch etwas leckeres zu Essen suchen und uns auf den Rueckweg machen, um noch ein wenig Zeit mit den Kindern zu verbringen.

Im Waisenhaus sind nun schon seit Dienstag Ferien und wir beschaeftigten uns mit ihnen den ganzen Tag lang mit Malen, Memory spielen und ab und zu mal einem Puppentheater-Stueck. Ausserdem liessen wir sie ein Memory-Spiel selbst basteln, was jetzt fertiggestellt und echt schoen geworden ist :-) Gestern vormittag gingen wir zudem noch auf den Markt in Kasoa - zum Einen zum Abholen unserer geschneiderten Sachen, zum Anderen fuer die Einkaeufe fuer das Weihnachts\Abschiedsessen der Kinder. Dieses wird naemlich bereits am Montag stattfinden, weil Dienstag voraussichtlich ein Grossteil ueber die Ferien zu Verwandten nach Hause gehen wird - da werde ich mich von den meisten also schon verabschieden muessen :-(

Die Zeit hier verging tatsaechlich wie im Fluge, und obwohl ich noch drei Wochen hier sein werde, ist es schon fast vorbei - ueber dem Abschied, Weihnachtsfeier, die Ankunft meiner Mama und Schwester ;-) und ein wenig Rumreisen werden die mir superkurz vorkommen... Darum ist also morgen nochmal ein entspannter Sonntag im Waisenhaus mit Gottesdienst (Worship) der Kinder angesagt und auch sonst werde ich dort nun noch moeglichst viel Zeit verbringen - bzw. vielleicht koennen wir ja auch noch ein oder zwei Ausfluege mit den Kindern machen, die in den Ferien dableiben - an den Strand oder auf einen Markt oder... - sie kennen ja leider kaum selbst die direkte Umgebung des Waisenhauses, weiter als bis ins naechste Dorf kommen sie im Alltag nie.

Seit Mittwoch sind wir nun auch wieder zu dritt - leider etwas enger im Zimmer, aber sie hat doch tatsaechlich einen Laptop mit, sodass wir vor meiner Abreise nochmal Fotos austauschen bzw. auf dem Stick sichern koennen! - perfekt :-)

10Dezember
2013

Weihnachts-Ferien-Stimmung

Heute also ein Eintrag aus Kasoa, wo wir gerade - ich wahrscheinlich zum letzten Mal - Stoffe in die Naeherei gebracht haben, um etwas daraus naehen zu lassen.

Inzwischen stellt sich auch im Waisenhaus zumindest Ferienstimmung ein: Die Exams, die drei Mal im Jahr stattfinden, wurden in der vergangenen Woche geschrieben und sind nun durch. Da diese aber auch immer nicht so viel Zeit in Anspruch nahmen, konnten wir uns den ganzen Tag lang mit den Kindern beschaeftigen. Wir hatten also echt so einiges zu tun, was ganz schoen war, da wir so nicht den ganzen Vormittag lang nichts zu tun hatten :-)

Obwohl wir uns ja jetzt eigentlich in der Trockenzeit befinden, kommt ab und zu doch noch einiges an Regen runter - so wie z.B. letzten Mittwoch, wo sich ueber eine Stunde vor der eigentlichen Dunkelheit schon alles verdunkelte und dann ein heftiges Gewitter begann. Die Kinder zogen sich alles an, was sie an warmen Sachen hatten - wir hatten leider nichts Warmes im Waisenhaus dabei und mussten frieren... Nachdem das Ganze nach gut einer Stunde vorbei war, gingen wir nach Hause und zogen uns nach der eisigen Dusche Fleecepullover an - das Thermometer zeigte draussen 24, im Zimmer 26 Grad an ;-) ...

Freitag schliesslich - in Deutschland Nikolaustag, hier der Feiertag "Farmer's Day". Wir verbrachten einen entspannten Tag im Waisenhaus, die Kinder wuschen ihre Waesche und wir halfen ihnen dabei, und spaeter hielten wir eine Ueberraschung fuer sie bereit: Wir spielten mit ein paar Handpuppen ein kurzes Theaterstueck fuer sie, das sie begeistert aufnahmen, sodass wir am liebsten gleich nochmal haetten spielen sollen. In den naechsten Tagen spielten wir nochmal fuer sie und wir werden das wohl die folgenden Tage bzw. Wochen auch noch des oefteren tun. Sich selbst eine Geschichte auszudenken, klappt bei den Kindern leider noch nicht so gut, aber das wird hoffentlich auch bald werden...

Samstag stand bei uns dann der Besuch einer Kakaoplantage auf dem Programm. Frueh fuhren wir los zu einer anderen Freiwilligen und ihrer Gastfamilie nach Akroso, wo wir anschliessend mit der Familie dorthin gingen. Sie bauen dort auf einem ziemlich grossen Gelaende, dass sehr stark bewachsen ist und schon ein wenig an ein Stueck Regenwald erinnert, Kakao zum Verkauf sowie Orangen, Cassava und Cocoyam zur Eigennutzung an. Nach etwa einer Stunde Unkraut-Jaeten mit den zuvor geschaerften Macheten machten wir auch schon die erste Pause, in der wir massenweise frisch geerntete Orangen assen - hmmm! Waehrend des Jaetens sah einer der ghanaischen Familie uebrigens eine (Gift-?)Schlange, die er kurzerhand mit seiner Machete toetete. Nach der Pause zogen wir nochmals los, um zu arbeiten, aber nach wenigen Minuten traten wir schon wieder den Rueckweg zum Haus der Familie an. Von dort fuhren wir dann zurueck in unser Dorf, mit einigen Orangen im Gepaeck, die wir geschenkt bekommen hatten.

Den Sonntag liessen wir dann mit einem Strandtag sehr gemuetlich angehen - nach dem Fruehstueck und einer Stunde Kirche im Waisenhaus ging's los nach Winneba. Als wir am Strand ankamen, stand dort auf einmal das Auto unserer Nachbarn in Buduatta - was fuer ein Zufall, sie hier zu treffen :-)! Wir hatten uns ansonsten wieder mit ein paar anderen Freiwilligen und Ghanaern verabredet und unterhielten uns, bis wir am fruehen Nachmittag heimfuhren, um noch vor dem Abendbrot fuer die Kinder Theater zu spielen...

Diese Woche wird dann wohl in etwa wie die vergangene ablaufen, da nach den Exams in der Schule vor den am Freitag beginnenden Ferien nicht mehr viel passieren wird.. Allerdings haben wir gestern fuer morgen die Ankunft einer dritten Freiwilligen angekuendigt bekommen - da sind wir ja jetzt mal gespannt! Leider wird es dann wieder etwas enger in unserem Zimmer, aber eine Abwechslung durch einen neuen Volunteer ist sicher nicht schlecht ;-)

02Dezember
2013

Entspannte Woche und Boti Falls

Sooo, allzu viel gibts aus der vergangenen Woche nicht zu berichten, daher nur ein kurzer Eintrag:

Letztes Wochenende verbrachten wir in Winneba, wo wir uns nach dem Internet-Cafe mit zwei Ghanaern trafen, die wir kennengelernt haben, und uns mit ihnen ueber Ghana an sich, seine Politik, die Mentalitaet der Menschen hier sowie den Islam unterhielten - sie sind beide Muslime. Spaeter zeigten sie uns noch das muslimische Viertel Winnebas, in dem sie wohnen, und stellten uns ihrer Familie vor. Anschliessend warteten wir mit ihnen auf die Ankunft von anderen Freiwilligen, mit denen wir uns hier verabredet hatten. Als diese endlich da waren, war gemeinsames Kochen im Guesthouse angesagt. Danach sassen wir noch lange bei einem kraeftigen Schauer zusammen - bis halb zwei, unser Rekord im Lange-wach-bleiben! (denn durch die fruehe Dunkelheit und die fehlende Beschaeftigung am Abend gehen wir immer ziemlich frueh schlafen). Am Sonntag fuhren wir nach kurzem Strandaufenthalt wieder zurueck nach Buduatta und beschaeftigten uns bis zum Abend mit den Kindern.

Die Woche verlief dann sehr entspannt fuer uns:

Vormittags hatten die Kinder Wiederholung des Stoffes aus den letzten Wochen, weil sie diese Woche jeden Tag Exams schreiben, die dann ihre Note fuer diesen Teil des Schuljahres ergeben - in 2 Wochen fangen hier dann bereits die Ferien an. Waehrend der Schule sassen wir dann meist im Schatten und knuepften Freundschaftsbaendchen fuer die  Kinder. Nachmittags machten diese damit selbst weiter und wir halfen ihnen dabei. Ausserdem habe ich, sobald ich mich irgendwo hinsetze, eines der kleinen Kinder - Enock - auf dem Schoss :-)

Dieses Wochenende schliesslich machten wir uns auf den Weg nach Koforidua ins Landesinnere, wo wir gestern die Boti Falls - ein hoher Wasserfall, der aber jetzt in der Trockenzeit nicht allzu viel Wasser fuehrt - sowie den Umbrella Rock (ein Fels in Form eines grossen Regenschirms) bei einer Wanderung durch Regenwald-Landschaft besichtigten. Dafuer mussten wir mal wieder - wie fast ueberall - ein Mehrfaches des Preises fuer Einheimische zahlen... Ansonsten schauten wir uns in Koforidua um, was sehr schoen in einem Tal zwischen gruenen Bergen gelegen ist. Schliesslich uebernachteten wir in einem sehr heruntergekommenen Hotel, was aber unsere bisher teuerste Unterkunft mit umgerechnet etwa 14 Euro/Doppelzimmer darstellte...

Jetzt fahren wir gleich wieder zurueck ins Waisenhaus und freuen uns schon wieder auf die Kinder :-) - mit denen mir nur noch, wie ich ueberrascht festgestellt habe, knapp vier Wochen bleiben! Die Zeit vergeht, und es ist tatsaechlich schon Dezember - vor einem Supermarkt werden die Plastiktannen rausgestellt und es ertoent Weihnachtsmusik...

23November
2013

Und es gibt Bilder!!!

Jaa, es gibt endlich mal ein paar Fotos! Viel Spaß beim Anschauen :-)

Unser ZimmerFufu

Wäsche waschen...Topfschlagen

Leuchtturm am südlichsten Punkt GhanasCape Coast Castle

Fischer am Strand von Cape Coast Canopy-Walkway am Morgen Blick auf Cape Coast Volleyball! Winneba erster Tag mit den Kindern Posen, bitte! Gummitwist in der Pause Picture, picture! Lieblingsmotiv Kokrobite Beach, Accra

Malen mit Klasse 1

23November
2013

Mein Alltag in Ghana

Seit dem letzten Eintrag passierte nicht allzu viel aussergewoehnliches, weshalb ich nur kurz ueber die vergangene Woche berichten werde, um dann ein paar allgemeine Erfahrungen wiederzugeben:

Nach unserem Trip nach Accra sind wir seit Anfang dieser Woche nur noch zwei Freiwillige hier im Waisenhaus. Am Montag uebernahmen wir mal wieder spontan den Unterricht in Klasse 4-6, da nicht alle Lehrer kamen - die goennten sich wohl ein verlaengertes Wochenende... Ausserdem schafften wir es endlich, nachmittags mal ins Dorf zu gehen und uns dort ein wenig umzuschauen. Dabei sprach uns die Frau an, die uns zu Beginn unseres Aufenthaltes hier zu ihrer Kirche gefuehrt hatte, und wir folgten ihr zu dem Hof hinter dem Haus, in dem sie lebt. Dort unterhielten wir uns mit einem Musiker und Farmer aus dem Norden Ghanas, bis wir zurueck zum Waisenhaus mussten. Die restlichen Nachmittage verbrachten wir vor allem mit Hausaudfgabenhilfe in Mathe sowie mit dem Singen von Liedern und dem Anschauen von Buechern und Zeitschriften. Gestern waren wir vormittags noch in Kasoa, trafen uns mit zwei anderen Freiwilligen und gaben - neben einem kurzen Marktbummel -  in einer Naeherei einige Kleidungsstuecke in Auftrag. Jetzt sind wir gespannt auf Dienstag, wo wir diese abholen werden!

 

Und nun also etwas zu verschiedenen Aspekten des - bzw. meines - Lebens hier:

  • Wir leben in dem Dorf Gomoa Buduatta (das wir leider noch auf keiner Landkarte gefunden haben...). Hier stehen Lehm- und Steinhaeuser an teils geteerten, teils Sandstrassen. Alles ist dabei von viel Gruen - Feldern und Regenwald - umgeben. Und ueberall, wo man hinkommt, begegnen einem Ziegen, Huehner und Eidechsen - letztere auch in sunserem Zimmer.
  • In Gomoa Buduatta gibt es uebrigens auch ein Health Center, wo einfache medizinische Versorgung (Malaria-Schnelltest, Fieber messen, ...) gewaehrleistet wird. Es gibt zwar keine Aerzte, aber immerhin ist das Center rund um die Uhr geoeffnet.
  • Die Muellentsorgung ist hier so einfach wie problematisch: die Abfaelle werden - manchmal an einer bestimmten Stelle - fallen gelassen und dann ab und zu verbrannt, was dann auch so riecht - nach verbranntem Plastik...

Schliesslich noch etwas zu unseren Ausfluegen:

  • Diese unternehmen wir meist am Wochenende, wobei wir mit den Tro-Tros (alte Kleinbusse, teilweise auch aus Deutschland; mehr oder weniger gut in Schuss) sehr guenstig von einem Ort zum anderen kommen. Dabei kann man ausserdem suoer Einkaeufe machen, da bei Zwischenstopps oft sofort viele Haendler mit Wasser, Eis, ... an die Fenster kommen. Ausser bei dieser Gelegenheit besorgen wir das meiste  auf Maerkten oder in Stalls - kleine private Laeden, meist in Form von ueberdachten Staenden oder kleinen Huetten.
  • Auf allen Wegen wird man oft angesprochen - How are you? What is your name? Where are you going?. Manchmal ignorieren wir dies, manchmal antworten wir im Vorbeigehen und manchmal kann man die Gelegenheit nutzen, um gleich im Anschluss nach dem Weg zu fragen - sehr effektiv, da so ziemlich jeder sehr engagiert dabei ist, einem zu helfen. Und wenn e r selbst nicht Bescheid weiss, dann fragt er sich halt so lange durch, bis man alles gefunden hat.
  • Unsere Verstaendigung verlaeuft dabei eigentlich ausschliesslich in Englisch, da das alle halbwegs koennen (selbst die Kinder im Waisenhaus), sodass wir kaum Gelegenheit bzw. die Notwendigkeit haben, Fante oder Twi zu lernen.
  • Zum Schluss noch ein paar - aus meiner Sicht etwas kuriose und ueberraschende - Erlebnisse und Sichtweisen:

- Viele Ghanaer verstehen es meist ueberhaupt nicht, warum man als Vegetarier freiwillig auf Fleisch verzichtet - wer es sich leisten kann, isst hier, glaube ich, taeglich Fisch oder Fleisch.

- Auch wurde ich schon ein paar Mal darauf angesprochen, warum ich denn keine Ohrloecher habe - das ist wohl Zeichen einer bestimmten Religion...

- Wir haben erzaehlt bekommen, dass die Ghanaer in allen Weissen Jesus sehen - ob sie wohl deshalb so freundlci hsind und sich freuen, uns zu sehen?! ;-)

- Die langen Haare und Zoepfe der ghanaischen Frauen sind eigentlich immer aus Kunsthaar - ihre echten Haare wachsen nicht so lang...

- Und als letztes: Dass Ghana kein touristisches Land ist, merken wir vor allem auch daran, dass wir noch keine Postkarten gefunden haben!

- Ach ja, und noch was: Es ist denkbar einfach, hier einen Geldautomaten zum Absturz zu bringen: Einfach eine deutsche Mastercard bei der falschen Bank reinstecken und warten:-)

 

16November
2013

Kakum-Nationalpark und paradiesische Straende

Viele Gruesse aus Accra, wohin wir heute einen Tages-Ausflug gestartet haben, um ein paar Erledigungen zu machen und ein bisschewn was einzukaufen :-) Wir waren nun eben schon auf dem Markt und kauften ein paar Stoffe und nach unserem Zwischenstop im Internet-Cafe wirds auch so weitergehen...

Letztes Wochenende verbrachten wir mit dem ziemlichen Gegenteil dazu: Wir kamen nach 7 Stunden Fahrt in Richtung Westen fast am suedlichsten Punkt Ghanas, genannt Cape Three Points, an. Leider war die Lodge, inb der wir eigentlich uebernachten wollten, geschlossen worden, sodass wir aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und der doch recht anstrengenden Fahrt erstmal in einer Lodge in der Naehe uebernachteten. Diese war auch ganz schoen gelegen, mitten an einem einsamen Strand neben dem kleinen Fischerdorf Akwidaa. Da hier aber noch nicht ganz unser Ziel war, fuhren wir am naechsten Morgen weiter zur von einem Canadier betriebenen Eco-Lodge Escape Three Points, die so ziemlich direkt am suedlichsten Punkt liegt - nachdem wir mit einiger Schwierigkeit (weil es Sonntag war!) ein Tro-Tro dorthin bekamen. Diese war nochmal um einiges angenehmer von der Atmosphaere und Lage her. Wir nahmen erst ein Bad im Meer mit schoen hohen Wellen, spazierten danach am Strand entlang zum Leuchtturm direkt am Cape Three Points und liefen kurz durch das dortige Dorf, vorbei am Tourist Service Centre, das nur als Kasse diente fuer Touristen wie uns, die dort vorbeikommen und zum Leuchtturm wollen... Am Abend dieses Tages unterhielten wir uns noch mit einigen anderen deutschen Gaesten in der Lodge - u.a. ein paar andere Volunteers.

Montag frueh machten wir uns dann wieder auf den Heimweg, wobei der erste Teil ein Transfer zur Tro-Tro-Station in Akwidaa war, bei dem ich auf der Ladeflaeche des Pick-up mitfuhr - interessant! Von Akwidaa fuhren wir unter anderem ueber Takoradi zurueck nach Buduatta, wo wir am fruehen Nachmittag ankamen. Auf unserer Reise hatten wir leider weder Internetmoeglichkeit noch Handyempfang, weshalb es letzte Woche auch keinen Eintrag gab...

Die letzte Woche verlief sehr ruhig und wir hatten mal wieder eher weniger zu tun, weil alle 3 Lehrer da waren und somit der vormittaegliche Unterricht fuer alle Klassen abgedeckt war. Wir koennen allerdings auch jederzeit, wenn wir eine gute Idee haben, die KInder einer Klasse unterrichten, was wir Donnerstag dann auch mal in Form einer Geografie-Stunde fuer die 4.-6. Klasse taten. Nachmittags beschaeftigten wir uns wie ueblich mit den Kindern und ausserdem kamen nun auch welche zu uns, damit wir ihnen bei den Mathe-Hausaufgaben halfen.

Die Woche davor war mit dem Unterricht in der ersten Klasse schon deutlich anstrengender und ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass wir das jetzt nicht mehr uebernehmen muessen. Die Kinder in dem Alter koennen noch keum Englisch, sind sehr unruhig und schwer zu bestimmten Aufgabenerfuellungen zu bringen. Wir versuchten, durch kneten, malen, singen, Schreibuebungen sowie Uebungen zur Zahlenkenntnis und Farberkennung ihnen etwas beizubringen, was evtl. einen kleinen Erfolg erzielte und ihnen - manches mehr, manches weniger - Spass bereitete. Dabei stellten wir fest, dass die Schueler im Alter von vier bis sieben Jahren noch nicht einmal die Farben erkennen und teilweise auch noch nicht von 1-20 zaehlen konnten, obwohl sie zumindest letzteres schon seit geraumer Zeit in der Schule wiederholen, so wie wir das mitbekommen.

Nun ja, zum Schluss noch etwas ueber unseren nun schon zwei Wochen zurueckliegenden Besuch des Nationalparks:

Zu acht kamen wir im Nationalpark am Samstagabend an und entschieden uns nach versuchter Verhandlung ueber den Preis trotz der hohen Kosten fuer die Baumhausuebernachtung mitten im Regenwald mit vorhergehender Nachtwanderung (wo wir leider keine Tiere oder etwas anderes besonderes sahen, aber zumindest Affengeschrei und die ueberall vorhandenen Grillen hoeren konnte. Am Morgen standen wir dann noch im Dunkeln auf, um bei Sonnenaufgang den Canopy-Walkway (7 Haengebruecken inmitten der Baumwipfel) zu machen - vor allem aufrgund des tollen Morgenlichts war das ein Erlebnis. Anschliessend fuhren wir - zu acht in ein Taxi (und dessen Kofferraum) "gestapelt" zurueck nach Cape Coast. Dort verbrachten wir den Rest des Tages am Strand und betrachteten die partielle Sonnenfinsternis - nicht so spektakulaer, aber trotzdem cool, sowas mal gesehen zu haben :-)

Auf unserer Rueckfahrt in unser Dorf hatte unser Tro-Tro dann kurz vor Buduatta eine Panne, sodass wir nach einer Stunde Warten doch ein Taxi nehmen mussten, da sich noch nix getan hatte...

 

Unglaublich, die Haelfte meiner Zeit hier ist nun schon vorbei, eine meiner Mit-Volunteers reist morgen schon ab und wir fangen bereits mit dem Planen der Weihnachtstage im Waisenhaus an, die wir fuer die bleibenden Kinder - viele fahren wohl schon Mitte Dezember ueber die Ferien nach Hause - moeglichst schoen gestalten wollen, am besten mit ein paar Ausfluegen und leckerem Essen ;-)

 

02November
2013

Besuch bei Nana und vieles andere

Und wieder einmal ein Eintrag aus Cape Coast, wo wir gerade einen Zwischenstopp im Internet-Cafe machen, um spaeter dann weiter in den Kakum National Park zu fahren und dort zusammen mit einigen anderen Volunteers uebernachten wollen.

In den letzten zwei Wochen ist natuerlich so einiges passiert, woraus ich nun ein paar Erlebnisse beschreiben werde:

Nach dem Wochenende in Cape Coast, was wir noch mit der Besichtigung der Castle (frueher eine Sklavenburg, von wo aus Afrikaner als Sklaven mit dem Schiff nach Amerika transportiert wurden) und einem kurzen Strandspaziergang verbrachten, kamen am Montag im Waisenhaus Besucher: Eine ehemalige Freiwillige, die hier vor ein paar Jahren gearbeitet hatte und sich noch immer sehr fuer das Orphanage engagiert - indem sie nun z.B. einen Schulbus organisierte und diesen aus Deutschland nach Ghana schcken liess. Leider gibt es damit jetzt aber ein Problem: Er steckt im Zoll fest und kann momentan nur fuer umgerechnet mehrere Tausend (!) Euro ausgeloest werden - mehr, als er urspruenglich kostete... Nun wird versucht, mit ein paar Schreiben diese Gebuehr herunterzusetzen, damit das Ganze doch noch klappt.

Im Laufe der Tage nach diesem Besuch suchten wir uns aufgrund fehlender Beschaeftigung am Vormittag (waehrend der Schule) die Aufgabe, die vielen kaputten Sachen zu naehen und die Schulbuecher zu reparieren. Von den KInden wurde beides freudig aufgenommen und es wurde immer mehr zum Flicken angeschleppt. Nun sieht man sie oft mit den wieder ganzen Klamotten rumlaufen, wobei leider aber auch einige Kleidungsstuecke schon wieder gerissen sind, da sie schlicht und einfach zu klein bzw. abgenutzt sind...

Am Wochenende vor einer Woche besuchten wir schliesslich "Nana", den Gruender des Waisenhauses, der zurzeit grosse gesundheitliche Probleme hat und auch schon ziemlich alt ist. In dem Dorf, wo er lebt, "Nkwadum", gab es nicht allzu viel zu tun, sodass wir einen Grossteil der Zeit dort mit Karten spielen, rumsitzen, aber auch mit interessanten Gespraechen verbrachten. Letztere waren vor allem mit einem von Nanas Soehnen sehr aufschlussreich, da sie uns ein paar Einblicke in die Denkweise vieler Ghanaer gab: So ist es hier beispielsweise nicht unueblich, dass ein Mann mehrere Frauen haben kann (-nicht jedoch umgekehrt!). Ausserdem ist die Rollenverteilung in der Familie wohl in vielen Faellen noch sehr traditionell: Die Frau kuemmert sich um den Haushalt und die Kinder, waehrend der Mann fuer die finanzielle Absicherung sorgen muss.

Nach diesem Ausflug feierten wir in der darauffolgenden Woche im Waisenhaus den Geburtstag einer meiner MItbewohnerinnen nach Kindergeburtstags-Art :-) - mit Topfschlagen und anderen Spielen, was den Kindern grossen Spass machte.

Letzten Dienstag schliesslich haben wir unsere ersten Stoffe kaufen koennen und ich liess mir damit mein erstes Kleid naehen - und es gefaellt mir sehr gut ;-)

Nun kehrt vielleicht langsam ein wenig Routine in den Alltag hier ein, nachdem wir ab jetzt evtl. regelmaessig das Unterrichten der ersten Klasse uebernehmen werden - keine allzu leichte Aufgabe, weil die noch sehr kleinen Schueler grosse Aufmerksamkeitsprobleme haben bzw. so muede sind, dass man sie tatsaechlich nicht mehr wirklich wach bekommt!

 

Insgesamt lernen wir die Kinder hier immer beser kennen und es ist toll, sich mit jedem auf seine Art zu beschaeftigen. Inzwischen sind zudem sogar die anfangs sehr zurueckhaltenden etwas aufgetaut.

Das Essen hat mir uebrigens bisher gar keine Probleme bereitet - im Gegenteil, ich vertrage alles gut und die afrikanischen "Spezialitaeten", die ich bisher probiert habe, waren allesamt super: Yam, Kochbananen, Fufu, Banku, Groundnut Soup, ... - alles mehr oder weniger scharf :-)

Das Einzige, was bisher etwas fehlt, ist der Kontakt mit Einheimischen ausserhalb des Waisenhauses, der durch unsere Arbeitszeiten sehr eingeschraenkt ist. Noch reichen mir allerdings auch die Begegnungen, die wir schon hatten, weil wir schon viel erfahren haben und allein im Umfeld des Waisenhauses so einiges erleben.

Das war`s erstmal fuer heute - naechste Woche dann vielleicht ein Bericht ueber unseren nun anstehenden Ausflug in den National Park..

19Oktober
2013

Und schon zwei Wochen sind um... - wie die Zeit vergeht!

Nach einer erlebnisreichen Woche im Waisenhaus nun also wieder ein kleiner Bericht ueber meine Erlebnisse und Taetigkeiten hier in Gomoa Buduatta.

Ich werde einfach versuchen, chronologisch ein bisschen zu beschreiben, was hier so passiert ist :-)

Also, nach unserem Ausflug am Samstag letzter Woche nach Winneba - der ganz schoen ermuedend war, da wir uns nicht so richtig ueberlegt hatten, was wir dort machen wollen und die Sonne ziemlich stark schien, war Sonntag ein etwas ruhigerer Tag angesagt. Am Vormittag schauten wir uns nochmal einen Gottesdienst in einer winzigen Kirche an (hoechstens 20 Stuehle standen darin), in dem etwas gesungen und getanzt wurde. Nach dem Mittagessen war dann Sachen Waschen angesagt --> zwei Schuesseln aus dem Waisenhaus mitgenommen und dann zuhause - nach einer leckeren Kokosnuss fuer jeden, die uns die Nachbarn spendierten - mit dem Waschen losgelegt. Da wir jedoch keine Waescheleine hatten, baten uns unsere Nachbarn an, ihre nutzen zu koennen - sehr nett!

Am Montag ging es dann weiter mit der Arbeit - wobei es da wirklich mal ziemlich anstrengend wurde, da wir spontan den Unterricht einer Klasse uebernahmen, weil ein paar Lehrer fehlten und die Kinder zu uns kamen und "Teach us, teach us!" riefen. Sie schlugen dann auch selbst ein paar Aufgaben vor, bei denen wir ihnen letztendlich helfen sollten. - Ich denke, das zeigt sehr gut, dass die Schueler hier in dem Waisenhaus sehr motiviert sind. Leider sind die Unterrichtsmethoden, wie uns immer bewusster wird, zumindest aus unserer Sicht, nicht so effektiv wie in anderen Laendern, sodass viele der Kinder auch mit 13 Jahren noch nicht richtig lesen und schreiben sowie rechnen koennen... Das liegt evtl. daran, dass hier vor allem das Auswendiglernen an erster Stelle als Methode angewandt wird, soweit ich das bisher mitbekommen habe. 

Wie auch immer, nach diesem etwas anstrengenden Tag folgte ein sehr fauler Dienstag, denn, wie wir im Laufe des Tages feststellten, war Feiertag. Am Vormittag kam der Sohn unseres eigentlichen Gastvaters (letzterer hat wohl eine ziemlich schlimme Malaria und so konnten wir ihn noch nicht kennenlernen) und wir konnten ihm ein paar Fragen zum Waisenhaus und den Kindern stellen. Nachdem er dann abgefahren war, spielten wir den Rest des Tages ein wenig, sassen im Schatten mit ein paar Kindern auf dem Schoss, ... Alle waren sehr muede - sogar die sonst so mobilen KInder.

Mittwoch teilten wir nachmittags Ausmalbuecher und Stifte aus, wodurch dann alle (einschliesslich der Koechin und der Lehrer) mit dem Ausmalen von Prinzessinnen und Autos beschaeftigt waren.

Donnerstag - Sporttag! Nach dem Mittagessen und einem kurzen Schauer holte ich einen einfachen Volleyball raus, den ich mitgebracht hatte und die umstehenden schnappte ihn sich und rannten erst mal freudig eine grosse Runde mit ihm. Auf dem SPortplatz starteten wir dann nach dem obligatorischen Rundenrennen und den Uebungen im Kreis ein etwa dreistuendiges Volleyball-Spiel, wobei das am Ende schon sehr fluessig lief und total viel Spass machte, vor allem, weil es bewoelkt und damit die Sonne nicht so intensiv war. Als wir zurueck kamen, war dann auch schon Abendbrotzeit :-)

Gestern schliesslich war wieder ein ganz regulaerer Schultag, wobei dieser freitags schon mittags endet. Im Anschluss holte ich ein Stueck einer Schnur raus, und brachte denen, die es wollten, ein paar Fadenspiele bei. Ich war sehr froh, dass sie es noch nicht kannten und somit etwas neues lernten - und das auch noch mit grosser Begeisterung, denn ich war bis abends mit dem Zeigen der verschiedenen Griffe beschaeftigt.

Am Nachmittag passierte ausserdem noch etwas sehr verwunderliches: Ploetzlich rannten alle Kinder zu Haus der Lehrer, beladen mit grossen Wassereimern. Wie sich herausstellte, hatte einer von ihnen Geburtstag und wurde darum mit Wasser, spaeter auch Dreck, uebergossen, sodass dann am Ende die ganze Terrasse vor dem Haus unter Wasser stand und alle KInder mit Sand und anderem bedeckt waren.. Am Abend hiess es dann noch zu Hause ein paar Sachen packen fuer unseren Wochenendausflug...

...denn nun schreibe ich gerade von Cape Coast aus. Nachdem wir mit dem Trotro und Taxi nach gut zwei Stunden Fahrt inklusive Stop zum Reifenwechsel hier ankamen und uns mit drei weiteren Freiwilligen hier trafen, mit denen wir verabredet waren, gingen wir kurz an den Strand. Und dann auf zum Mittagessen ins an unser Hostel angeschlossene vegetarische (!) Restaurant - sehr lecker.

Hier in Cape Coast werden wir nun also noch die Castle anschauen und es uns morgen vermutlich am Strand gemuetlich machen ;-)

Ihr koennt uebrigens gern Fragen stellen, wenn ich irgendwas vergessen habe. Aber ich muss auch schauen, wie die Zeit ist, um diese zu beantworten...

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